Freiwillige Feuerwehr Bergfelde

Was uns vom 5. Oktober an beschäftigte

Oft sagt ein Bild mehr als viele Worte:

Xavier

... aber mindestens eben so oft braucht es doch eine Erklärung. Das Bild vom Sturmtief Xavier sieht aus dieser Perspektive ja eigentlich nicht furchterregend aus. Nun ja, der "Fotograph" war ja auch sicher mehr als 20 Km über dem Geschehen. Bei uns am Boden bewirkte diese Wetterkonstellation allerdings einen Dauereinsatz ab 16:00 Uhr am 5. Oktober bis zunächst einmal ca. 3:00 Uhr am 7. Oktober. Die vordere Front mit den höchsten Windgeschwindigkeiten war im Grunde nach einer Stunde durch und erreichte mit Tempo 110 km/h orkanstärke.

Leider wurde Hohen Neuendorf diesmal nicht verschont und es gab erhebliche Schäden durch umstürzende Bäume oder abgebrochene Äste. Im gesamten Stadtgebiet wurden mehr als 130 Unglücksstellen durch den Notruf bei der Leitstelle gemeldet. Alle verfügbaren Einsatzkräfte waren ab diesem Zeitpunkt unterwegs, um Bäume, die Strassen unspassierbar machten, drohten auf Häuser zu stürzen oder schon auf Autos gestürzt waren, zu sichern und wo es notwendig war abzutragen.

Im weiteren Verlauf des Einsatzgeschehens mussten dann noch mehrere Bäume von den Gleisen der Bahn im Stadtgebiet geräumt werden. Hierbei kam es zu der wohl spektakulärsten Einsatzstelle in dieser Lage:
Weil das Notfallmanagement der Bahn überlastet war, konnte auf einem Streckenabschnitt der Strom in den Oberleitungen nicht abgeschaltet werden und den Einsatzkräften vor Ort blieb nur die Möglichkeit einen Baum, der in die Oberleitung gestürzt war und durch einen Kurzschluss Feuer gefangen hatte, kontrolliert abbrennen zu lassen und eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern.

Der Umfang und die Besonderheit der Lage verlangte allen Einsatzkräften auch körperlich Einiges ab, so dass schnell ein Schichtsystem etabliert wurde, um immer wieder - naja - fast ausgeruhte Kräfte in das Einsatzgeschehen rufen zu können.
Es wird mal wieder von einem "Jahrhundertereignis" gesprochen werden ... und eigentlich weiß mittlerweile wohl doch jeder, dass es KEIN außergewöhnliches Ereignis mehr bleiben wird.
Wir jedenfalls stehen bereit, die nächsten Wetterkapriolen für unsere Nachbarn abzuwehren ... der Winter kommt - Mal sehen, ob er eine Überraschung mitbringt ...

Freitag, 20. Oktober 2017